Pressemitteilungen

27. Juli 2006

Krankenhäuser befürchten Personalabbau

„Der Stellenabbau in den Krankenhäusern, den die geplante Gesundheitsreform auslösen wird, wird in seiner Dimension noch viele erschrecken“, darauf wies gestern die Bayerische Krankenhaus¬gesellschaft (BKG) hin.

Anlässlich der Demonstration von Krankenkassen und der Gewerkschaft ver.di, die mit einem Verlust von bundesweit bis zu 30.000 Arbeitsplätzen bei den Krankenkassen drohen, falls der geplante Gesundheitsfonds eingeführt werden sollte, sagte der BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein: „Man kann die Sorgen der Krankenkassen durchaus nachvollziehen. Die Krankenhäuser werden aber von einem Arbeitsplatzabbau ganz anderen Ausmaßes betroffen sein, wenn die Eckpunkte zur Gesundheitsreform tatsächlich Gesetz werden sollten.“

Gemeint ist damit eine pauschale 1,5%ige Budgetreduzierung, die die Große Koalition mit der kommenden Gesundheitsreform den Krankenhäusern auferlegen will. Dies löste bei den Kliniken und deren Mitarbeitern einen Sturm der Entrüstung aus. Die BKG rechnete vor, dass sich die zusätzlichen Kosten der Krankenhäuser aufgrund von gesetzlichen Auflagen und Verordnungen allein in Bayern auf rd. eine halbe Milliarde Euro summieren. Die Einnahmen dürften aufgrund einer gesetzlichen Begrenzung („Budgetdeckelung“) in diesem Jahr aber nur um 0,63 % steigen, was ca. 40 Millionen Euro entspricht.

Vor allem die finanziellen Auswirkungen der bevorstehenden Tarifvereinbarung mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund bereitet den Kliniken Sorgen. Schon das bereits vorliegende Angebot der Arbeitgeberseite, das der Marburger Bund als unzureichend ablehnte, bedeute für die Kliniken eine Last, die sie nicht mehr schultern könnten.

Hasenbein wies darauf hin, dass bereits in den zurückliegenden Jahren über 50.000 Stellen in den deutschen Krankenhäusern abgebaut wurden. Mit Ausnahme der Ärzte, deren Stellen deutlich erhöht wurden, sei der Rationalisierungsdruck der Politik „voll auf den Personalbereich durchgeschlagen“.

Sollten vor dem Hintergrund immenser aktueller Kostensteigerungen die Klinikbudgets nicht deutlich gesteigert, sondern mit der bevorstehenden Gesundheitsreform auch noch gekürzt werden, sieht die Bayerische Krankenhausgesellschaft einen weiteren Arbeitsplatzabbau, mit der damit zwangsläufig verbundenen Verschlechterung der Versorgung, als unausweichlich. Dies kann nach Siegfried Hasenbein „doch nicht Ziel einer nachhaltigen und patientenorientierten Gesundheitsreform sein“.

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