Pressemitteilungen

13. März 2014

Bayerische Großkrankenhäuser erwarten Klarheit und Fairness

Krankenhausreform muss für mehr Qualität eine ausreichende Finanzierung sicherstellen

Die kommunalen bayerischen Großkrankenhäuser haben klare Erwartungen an die Krankenhausreform, die die neue Bundesregierung ankündigte.

„Der Koalitionsvertrag greift die richtigen Themen auf. Bei den Schwerpunkten Qualität und Finanzierung brauchen die Krankenhäuser aber praxistaugliche Rahmenbedingungen. Die Bundesregierung darf bei der Umsetzung die Versorgungsrealität nicht aus den Augen verlieren“ sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), Siegfried Hasenbein, bei einer Arbeitstagung der bayerischen kommunalen Großkrankenhäuser im Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt.

Das Vorhaben, die Qualität in der stationären Versorgung weiter zu verbessern unterstützen die Krankenhäuser. Man habe auch nichts gegen mehr Transparenz, um den Bürger besser informieren zu können. „Dies muss aber risikoadjustiert, unverfälscht und durch eine unabhängige Institution erfolgen. Wir akzeptieren nicht, wenn der Ruf der Krankenkassen nach mehr Qualität nur ein Deckmantel für Preisdumping oder Standortpolitik ist“ so der einhellige Tenor der Klinikchefs.

Die Krankenhäuser seien bereit, die immer höheren Ansprüche an die Qualität auch zu erfüllen. Das dafür notwendige zusätzliche Fachpersonal sowie die Ausstattung müsse aber auch finanziert werden. „Es geht nicht, dass immer mehr gefordert und immer weniger finanziert wird“ fasst der Gastgeber der Tagung, der Geschäftsführer des Leopoldina-Krankenhauses, Adrian Schmuker, die intensive Diskussion seiner Kollegen zu diesem Thema zusammen. Vor allem die jüngsten Richtlinien zur Behandlung von Frühgeborenen stellen die Krankenhäuser vor immense Probleme. Die Vorgaben schreiben eine massive Aufstockung der Personals vor, „das auf dem Markt nicht zur Verfügung steht, und für die es bislang keine Finanzierungsregel gibt“, so Schmuker.

BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein stellte klar, dass eine ausreichende Finanzierung der Personalkosten der Krankenhäuser die beste Grundlage für gute Qualität sei. Ausgangspunkt einer Reform müsse deshalb sein, endlich eine ausreichende Finanzierung der Personal- und Sachkostensteigerungen sicher-zustellen.

Nicht gelten lassen wollen die Klinikmanager, dass sie nur mehr Geld von der Politik verlangen würden. Obwohl die bayerischen Kliniken in Kompetenz und Qualität im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz einnehmen, müssen sie sich stetig weiterentwickeln. An den Megathemen der Zukunft Qualität, Patientensicherheit, Transparenz und regionale Versorgungsstrukturen arbeiten die Kranken¬häuser derzeit mit Hochdruck und unternehmen riesige Anstrengungen.

Hierfür erwarten die Kliniken und ihre Mitarbeiter mehr Verständnis und Wertschätzung. In der öffentlichen Diskussion werden meist einzelne Fehler als Anlass für pauschale Kritik an der Arbeit der Krankenhäuser genommen. „Die Leistung unserer Mitarbeiter, die tagtäglich Tausende von Patienten hervorragend versorgen, wird nicht ausreichend gewürdigt“ beklagte Adrian Schmuker.

Deshalb unterstützen die bayerischen Großkrankenhäuser ausdrücklich die bundesweite Aktion der Krankenhäuser „Wann immer das Leben uns braucht“. Unter diesem Motto wollen die Kliniken in den kommenden Wochen verstärkt auf den Wert ihrer Arbeit hinweisen und die Gesundheitspolitik auf die Versorgungs-realität im Lande hinweisen, die bei einer einschneidenden Krankenhausreform auf dem Spiel steht.

Die Kliniken aus Aschaffenburg, Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Fürth, Ingolstadt, München, Nürnberg und Schweinfurt repräsentieren nahezu 11.000 Betten der Schwerpunkt- und Maximalversorgung in Bayern. Zusammen mit der Bayerischen Krankenhausgesellschaft treffen sie sich regelmäßig zu Arbeitstagungen um aktuelle Krankenhausthemen zu diskutieren und einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zu pflegen.

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