Pressemitteilungen

05. Juni 2014

Bayerische Kliniken fordern praxistaugliche Krankenhausreform

Tagung der Schwerpunkt- und Maximalversorger am 05./06.2014 in Neumarkt/Oberpfalz

Höhere Qualitätsansprüche müssen auch finanziert werden

Die bayerischen Großkrankenhäuser haben klare Erwartungen an die Krankenhausreform, die die neue Bundesregierung gemeinsam mit den Bundesländern vorbereitet.

„Der Koalitionsvertrag greift die richtigen Themen auf. Notwendig sind eine stimmige Reform aus einem Guss und nicht viele widersprüchliche Einzelmaßnahmen. Gerade bei den Schwerpunkten Qualität und Finanzierung brauchen die Krankenhäuser praxistaugliche Rahmenbedingungen.“ sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), Siegfried Hasenbein, bei einer Arbeitstagung von über 30 bayerischen Schwerpunktkrankenhäuser im Klinikum in Neumarkt.

Die Krankenhäuser unterstützen das Vorhaben, die Qualität in der stationären Versorgung weiter zu verbessern. Auch mehr Transparenz, um den Bürger besser informieren zu können, sei zu begrüßen.

„Dies alles muss aber risikoadjustiert und unverfälscht geschehen und kann nur durch eine unabhängige Institution erfolgen. Wir akzeptieren nicht, wenn der Ruf der Krankenkassen nach mehr Qualität nur ein Deckmantel für Preisdumping oder Standortpolitik ist“ so der einhellige Tenor der Klinikchefs.

Die Krankenhäuser seien bereit, die immer höheren Ansprüche an die Qualität auch zu erfüllen. Das dafür notwendige zusätzliche Fachpersonal sowie die Ausstattung müsse aber auch finanziert werden.

„Es geht nicht, dass immer mehr gefordert und immer weniger finanziert wird“ fasst der Gastgeber der Tagung, der Vorstand des Klinikums Neumarkt Peter Weymayr, die intensive Diskussion seiner Kollegen zu diesem Thema zusammen.

Hasenbein führt als Beispiel die jüngsten Richtlinien zur Behandlung von Frühgeborenen an, die die Krankenhäuser vor immense Probleme stellen. Die Vorgaben schreiben eine massive Aufstockung des Personals vor, „für die es bislang keine Finanzierungsregel gibt.“

Der BKG-Geschäftsführer stellte klar, dass eine Krankenhausreform deshalb die Bereiche Qualität, Finanzierung und Versorgungsstrukturen in Einklang bringen muss. Immer nur einen Teilbereich herauszupicken und publikumswirksame Forderungen aufzustellen, helfe nicht weiter. Eine ausreichende Finanzierung der Personalkosten der Krankenhäuser sei zum Beispiel die beste Grundlage für gute Qualität zu sorgen. Ausgangspunkt einer Reform müsse deshalb sein, endlich eine ausreichende Finanzierung der Personal- und Sachkostensteigerungen sicherzustellen.

An den Megathemen der Zukunft Qualität und Patientensicherheit sowie den Versorgungsstrukturen arbeiten die Krankenhäuser schon seit langem mit Hochdruck und unternehmen riesige Anstrengungen.

Hierfür erwarten die Kliniken und ihre Mitarbeiter mehr Wertschätzung. „Die Leistung unserer Mitarbeiter, die tagtäglich Tausende von Patienten hervorragend versorgen, wird nicht ausreichend gewürdigt“ beklagte Peter Weymayr.

Deshalb unterstützen die bayerischen Schwerpunktkrankenhäuser die bundesweite Aktion der Krankenhäuser „Wann immer das Leben uns braucht“.

Unter diesem Motto wollen die Kliniken z. B. im kommenden Monat bayernweit über die Erfolge ihrer vielfältigen Maßnahmen für mehr Qualität und Patientensicherheit im Rahmen einer Themenwoche vom 7. bis 11. Juli informieren. 

Dateien

Kliniken finanzieren die künftigen Zuschläge selbst

  Krankenhausgesellschaft stellt falsche Interpretation klar

mehr

Krankenhäuser beklagen Kultur des Misstrauens

Bayerische Krankenhausgesellschaft fordert mehr Vertrauen und weniger bürokratische Vorschriften für die Kliniken

mehr

Pflegestärkungsgesetz kann nur ein Anfang sein

Bayerische Krankenhausgesellschaft mahnt weitere Schritte zur Verbesserung der Pflege an

mehr

Bayerische Krankenhäuser sehen Koalitionsvertrag mit gemischten Gefühlen

Krankenhausgesellschaft sieht Chancen, Versorgungsstrukturen weiterzuentwickeln, beklagt jedoch Stillstand bei der Investitionsfinanzierung

mehr

Bayerische Krankenhauslandschaft vor Umbruch

Verbesserung der Situation in der Pflege als zentrale Herausforderung mehr