Pressemitteilungen

14. Dezember 2018

Krankenhäuser beklagen Kultur des Misstrauens

Bayerische Krankenhausgesellschaft fordert mehr Vertrauen und weniger bürokratische Vorschriften für die Kliniken

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) wendet sich gegen eine immer größer werdende Regelungsflut in den Kliniken, die auf die Beschäftigten demotivierend und lähmend wirke. Bei der BKG-Mitgliederversammlung am Freitag in München beklagte der BKG-Vorsitzende Franz Stumpf, eine „Kultur des Misstrauens und der mangelnden Wertschätzung gegenüber den Kliniken und ihren Mitarbeitern“.

Stumpf wartete auch mit Zahlen auf. Die Krankenhausmitarbeiter müssten inzwischen aus Katalogen mit 30.000 Prozeduren und 1.300 Fallpauschalen ihre Behandlungen dokumentieren. Dies wiederum löse eine Flut von Kontrollen durch die Krankenkassen aus, was den Klinikmitarbeitern wertvolle Zeit für die Patientenbetreuung raube.

Stumpf forderte ein Ende des ungezügelten politischen Aktionismus, der zu ausufernden Dokumentationen sowie Kontrollen und Sanktionen führe. „Kontrollen sind notwendig, aber sie müssen in angemessenem Umfang und gezielt erfolgen“, betonte er.

Die BKG sprach sich auch für eine „geordnete Debatte über die Krankenhausstruktur in Bayern aus“. „Es geht nicht an, dass mit wirtschaftlichem Druck auf alle und unrealistischen Personal- und Strukturvorgaben eine Strukturbereinigung unter der Hand betrieben wird“, sagte Stumpf. Er sieht hier unter der Regie der staatlichen Krankenhausplanung für kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum auch eine Chance, ein neues Aufgabenspektrum zu gestalten und nannte die ambulante Versorgung und Pflege als Beispiele.

Die jüngsten Gesetze von Bundesgesundheitsminister Spahn bewertet die BKG differenziert. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz biete eine geeignete Grundlage, die Situation in der Pflege zu verbessern, aber es müssten dringend und rasch weitere Schritte folgen. „Nötig ist unter anderem ein verändertes attraktiveres Berufsbild Pflege und eine bundesweite Initiative Pflege“ forderte BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein. „Man kann mehr Geld zur Verfügung stellen und noch so viele Personalschlüssel vorschreiben, das alles läuft ins Leere, wenn nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen.“

Bei der Wahl des Vorstands kandidierte Franz Stumpf nach 20-jähriger Tätigkeit nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden. Die BKG-Mitgliederversammlung wählte einstimmig die Landrätin des Landkreises Kitzingen, Tamara Bischof, zu seiner Nachfolgerin.

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