Pressemitteilungen

26. November 2014

Vier Jahre Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin

Gemeinsame Pressemitteilung
Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)
Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG)
Bayerischer Hausärzteverband e. V. (BHÄV)

Im Dezember 2010 wurde von den vier Kooperationspartnern Bayerische Landesärztekammer (BLÄK), Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG), Bayerischer Hausärzteverband e.V. (BHÄV) die Koordinierungsstelle für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin (KoStA) eingerichtet. Aus diesem Anlass zogen Dr. Dieter Geis (Vorsitzender des BHÄV), Siegfried Hasenbein (Geschäftsführer der BKG), Dr. Max Kaplan (Präsident der BLÄK), Dr. Wolfgang Krombholz (Vorstandsvorsitzender der KVB) und Dr. Dagmar Schneider (Leiterin der KoStA) eine erste Bilanz über die Erfolge und Erfahrungen der Aufbauarbeit der KoStA.

„Wenn vier starke Organisationen sich gemeinsam für ein wichtiges Ziel engagieren, können sie auch etwas bewegen. Mit der KoStA haben wir in Bayern ein neues Kapitel der medizinischen Weiterbildung geschrieben“, erklärte Hausärztechef Geis. Im Februar 2012 gab es in ganz Bayern 20 Weiterbildungsverbünde, im November 2014 sind es bereits 66. Auf Initiative des BHÄV hat der Deutsche Hausärzteverband zudem im Frühjahr 2014 den Kodex „Ambulante Weiterbildung“ verabschiedet. Mit dieser freiwilligen Selbstverpflichtung wurden erstmals bundeseinheitliche Qualitätsstandards für den ambulanten Weiterbildungsabschnitt der Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin definiert.

BKG-Geschäftsführer Hasenbein berichtete, dass die Zusammenarbeit der vier Verbände in dieser Form bundesweit einmalig sei. „Die BKG ist die einzige Landeskrankenhausgesellschaft, die sich ideell und finanziell für die Förderung der Allgemeinmedizin und die Weiterbildung zum Hausarzt engagiert“, unterstrich Hasenbein. Die Kliniken verstünden sich als zentrales Element einer Versorgungskette in einer Region und die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte seien die Partner, mit denen sie eng zusammenarbeiten. „Der Ärztemangel ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die Krankenhäuser als die Weiterbildungseinrichtungen im Gesundheitswesen, speziell im ärztlichen Bereich, sind sich ihrer Aufgabe bewusst“, betonte er.

BLÄK-Präsident Kaplan rechnete vor, dass im Schnitt 500 neue Hausärztinnen und Hausärzte pro Jahr in Bayern benötigt werden. „Jährlich erwerben zirka 220 Kolleginnen und Kollegen die Facharztqualifikation für Allgemeinmedizin. Zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in Bayern auf dem jetzigen Niveau wäre jedoch die doppelte Anzahl notwendig“, erklärte Kaplan. Mit der Errichtung der KoStA werde die Verbundweiterbildung auf qualitativ hohem Niveau organisiert, koordiniert und sichergestellt. „Jetzt liegt es an uns allen, die Weiterbildungsverbünde mit Leben zu füllen und hierbei insbesondere auf eine möglichst hohe Qualität zu achten“, unterstrich Kaplan. Die jährlich von der BLÄK durchgeführte Evaluation der Weiterbildung bestätige, dass man hier auf dem richtigen Weg sei.

Aus der KVB berichtete der Vorstandsvorsitzende Krombholz über einen klar erkennbaren Trend in Richtung „Weiterbildung in Teilzeit“: „Während vor fünf Jahren noch vier Fünftel aller Ärzte in Weiterbildung in Vollzeit tätig waren, ist inzwischen fast ein Drittel von ihnen in Teilzeit tätig.“ Das erfordere auch mehr Flexibilität von den Praxisinhabern. Zur aktuellen Diskussion über die Einführung einer Verpflichtung für die Kassenärztlichen Vereinigungen, in rein rechnerisch überversorgten Regionen Arztpraxen aufzukaufen, reklamierte Krombholz: „Eine solche Bestimmung ist für eine flächendeckende Patientenversorgung absolut kontraproduktiv.“ Wenn diese Regelung so beschlossen werde, könnten demnach junge Hausärzte gegebenenfalls nicht mehr zum Zuge kommen, selbst wenn sie eine Praxis auf eigene Kosten übernehmen wollten.

Dr. Dagmar Schneider, Leiterin der KoStA und in Teilzeit praktizierende Hausärztin, erläuterte die Aufbauarbeit in den vergangenen vier Jahren: „Die Hauptaufgaben der KoStA sind die Initiierung und Unterstützung von Weiter-bildungsverbünden in der Allgemeinmedizin, die Kooperation mit den Lehrstühlen Allgemeinmedizin, die Beratung von Studierenden, Weiterzubildenden und Weiterbildern in Fragen zur Weiterbildung Allgemeinmedizin, die Öffentlichkeitsarbeit und die Optimierung der Weiterbildungsqualität.“

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kosta-bayern.de.

 

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