Pressemitteilungen

02. Dezember 2005

Gestalter oder Getriebene? Die Rolle der Krankenhäuser in bewegten Zeiten

Mitgliederversammlung der Krankenhausgesellschaft macht auf schwierige Situation aufmerksam und zeigt Lösungswege

Die bayerischen Krankenhäuser haben die Herausforderungen der Veränderung im deutschen Gesundheitswesen konstruktiv angenommen. Die bemerkenswerten Entwicklungen gerade in den vergangenen Jahren zeigen sich nach Auffassung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft mitunter in den großen Strukturveränderungen und einer beispielhaften Produktivitätssteigerung in den Kliniken des Freistaats.

"Unsere Krankenhäuser haben die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt und z. B. mit der Gründung von Krankenhauskooperationen oder der Umsetzung von neuen Versorgungsformen geantwortet", so der Vorsitzende der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), Oberbürgermeister Franz Stumpf, in seiner Rede bei der Mitglieder¬versammlung am Freitag in München.

Als Antwort auf die Privatisierungsdebatte von Krankenhäusern meinte Stumpf: "Unabhängig von ihrer Trägerschaft zeigen die Krankenhäuser Engagement und Kreativität in der Umsetzung. Es gibt unzählige öffentliche und frei-gemeinnützige Kliniken, die sich mit innovativen Konzepten und teilweise auch unpopulären Entscheidungen auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen und dabei unübersehbare Erfolge erzielen", so der BKG-Vorsitzende.

Dass die Krankenhäuser z. B. aufgrund einer oft unausgewogenen Gesetzgebung aber auch von Gestaltern zu Getriebenen werden, zeigt der allseits gewünschte, aber bisher weitgehend fehlgeschlagene Versuch, die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung abzubauen. OB Stumpf forderte die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt daher auf, "den Patienten die Freiheit zu wählen einzuräumen und die Krankenhäuser für die Erbringung von ambulanten fachärztlichen Leistungen zu öffnen."

An die bayerische Staatsregierung richtete der Vorsitzende seine Aufforderung zu ihrer Pflicht, für eine nachhaltige Investitionskosten¬förderung der Klinken im Freistaat zu sorgen und zur „Erhöhung des in den vergangenen Jahren bereits reduzierten Fördervolumens".

Zur Situation der Ärzte und zu den sich immer mehr ausweitenden Streiks in den Krankenhäusern kritisierte Stumpf den unsensiblen Umgang und die unakzeptablen Verallgemeinerungen zum Thema.

Er zollte den Ärzten in den Krankenhäusern höchsten Respekt vor ihrer Arbeit und den zweifellos permanent steigenden Zusatzbelastungen. Stumpf widersprach jedoch Behauptungen der ärztlichen Standesvertreter über eine generelle und flächendeckende Ausbeutung der Ärzte anhand neutraler Studien und Umfragen.

Er wies darauf hin, dass man sich nicht gegen eine Einkommensverbesserung für die Ärzte stelle, der Mehraufwand für die Krankenhäuser aber finanziert werden müsse.

Mit einem Zitat der neuen Bundeskanzlerin zu mehr Mut und Optimismus unterstrich OB Stumpf aber auch die weiterhin notwendigen Veränderungen in der bayerischen Krankenhauslandschaft.

Auf der Basis eines gemeinsamen Grundkonsenses rief OB Stumpf vor rund 200 Vertretern aus dem bayerischen Gesundheitswesen alle Partner in der Gesundheitsversorgung, Kostenträger und Leistungserbringer gleichermaßen auf "zum gemeinsamen Handeln im Interesse aller Patienten und zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens unseres Landes."

Die Bayerische Sozialministerin Christa Stewens würdigte bei ihrem Vortrag in München ebenfalls den zukunftsgerichteten Weitblick der Kliniken im Freistaat. Zur verantwortungsvollen Aufgabe bei der Ausbildung junger Menschen meinte die für die bayerischen Krankenhäuser zuständige Ministerin: "Qualifizierter Nachwuchs ist für die Gesundheitsversorgung unverzichtbar und für junge Menschen ein wichtiger erster Schritt in ihre berufliche Zukunft".

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