Pressemitteilungen

12. Januar 2006

Solidarpakt für die Ausbildung an Bayerns Krankenhäuser

Zu Beginn des Jahres 2006 ist bei der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) ein Fonds zur Finanzierung der Ausbildungsstätten an den Bayerischen Krankenhäusern errichtet worden. „Damit wurde ein wichtiger Beitrag geschaffen, die Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchspersonal für die bayerischen Kliniken für die Zukunft sicherzustellen“, freut sich Siegfried Hasenbein, der Geschäftsführer der BKG. Er bezeichnet die Gründung des Fonds als „Solidarpakt aller Krankenhäuser und der Krankenkassen in Bayern“.

Nachdem das fallpauschalenorientierte Vergütungssystem (DRG-System), das seit 2005 schrittweise in den Krankenhäusern eingeführt wird, keine Finanzierungsanteile mehr für die Ausbildungsstätten an den Kliniken enthält, wären ausbildende Kliniken gezwungen, zusätzlich zu den Fallpauschalen Zuschläge zu berechnen, um die Kosten der Ausbildung zu decken. Damit wären sie einem klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber jenen Krankenhäusern ausgesetzt, die nicht ausbilden und keine Zuschläge in Rechnung stellen müssten. Um dies zu verhindern, haben sich die Bayerische Krankenhausgesellschaft und die Krankenkassenverbände in Bayern entschlossen, die im Krankenhausfinanzierungsgesetz vorgesehene Möglichkeit zu nutzen und ab 2006 einen Fonds einzurichten, um die Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchs für die bayerischen Kliniken nicht zu gefährden.

Der so genannte „Ausgleichsfonds“ umfasst jährlich155 Mio. Euro. Daraus werden die Ausbildungsstätten an 166 bayerischen Kliniken mit ca. 12.000 Auszubildenden finanziert. In den Fonds zahlen alle knapp 400 bayerischen Krankenhäuser ein; sie erhalten dazu einen Zuschlag je Behandlungsfall von den Krankenkassen. Wichtig ist dem BKG-Geschäftsführer der Hinweis, dass die nicht ausbildenden Krankenhäuser erheblich in Vorleistung gehen, weil sie ihren Beitrag an den Fonds bereits abführen, ehe sie die entsprechenden Zuschläge einnehmen können. „Jeder leistet seinen Anteil: Die Krankenhäuser, sowohl ausbildende als auch nicht ausbildende, und die Krankenkassen. „Eine echte gemeinsame Anstrengung“, lobt Siegfried Hasenbein das Zustandekommen der Vereinbarung, an der noch während der Feiertage zum Jahreswechsel eifrig gefeilt wurde.

Inzwischen liegt auch die Genehmigung des Freistaates Bayern vor und der BKG-Geschäftsführer zieht ein positives Fazit: „Auch in Zeiten eines harten Wettbewerbs beweisen die Selbstverwaltung und die Krankenhäuser in Bayern, dass es Aufgaben von gemeinsamem Interesse gibt, die sinnvollerweise auch solidarisch gelöst werden“.

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